Hier der genaue Wortlaut:
„Am vergangenen Freitag haben sich die Bürgermeister der Städte Grevenbroich, Jüchen und Rommerskirchen mit den Gesellschaftervertretern, dem Landrat Hans-Jürgen Petrauschke und dem Neusser Bürgermeister Reiner Breuer, sowie mit der der Geschäftsführerin des „Rheinland Klinikum“, Nicole Rohde, zu einem Gespräch über die jüngsten Entwicklungen am „Rheinland Klinikum“ getroffen. Der Bürgermeister der Stadt Dormagen war verhindert.
Allen Beteiligten ist es ein gemeinsames Anliegen, die Gesundheitsversorgung im Rhein-Kreis weiterhin sicherzustellen und dies auch transparent darzustellen.
Die Gesellschafter stellten bei diesem Treffen erneut die kritische wirtschaftliche Lage des „Rheinland Klinikum“ dar, die im vergangenen Jahr zu einer tiefgreifenden Entscheidung über die Zukunft der Gesellschaft geführt hat. Zum beschlossenen Sanierungskonzept des Klinikums gehört beispielsweise die Konzentration von Leistungen an einzelnen Standorten: Das betrifft insbesondere die Konzentration der Gynäkologie und Geburtshilfe zusammen mit der Kindermedizin im Lukaskrankenhaus Neuss und die Bildung eines geriatrisch-internistischen Zentrums in Grevenbroich, ohne Chirurgie und somit auch ohne Zentrale Notaufnahme.
Beide Gesellschafter handeln gemeinsam auf Grundlage der Gesellschafterbeschlüsse. Die Detaillierung und Umsetzung der Maßnahmen obliegt auf dieser Basis der Geschäftsführung.
Für die oben genannten Änderungen hat das „Rheinland Klinikum“ daher die notwendigen regionalen Planungsverfahren bei der Bezirksregierung Düsseldorf und dem Ministerium für Arbeit Gesundheit und Soziales (MAGS) eingeleitet, gemäß der Krankenhausplanung des Landes Nordrhein-Westfalen.
Die Bürgermeister und die Gesellschafter sind sich einig, dass die Versorgung der Bürger weiterhin sichergestellt werden muss: der Rhein-Kreis hat daher zugesagt, dass bereits jetzt weitere Kapazitäten im Rettungsdienst ausgebaut und parallel der Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises überarbeitet wird. Der Ausbau der Kapazitäten im Rettungsdienst soll bis Juli abgeschlossen sein. Das „Rheinland Klinikum“ wiederum wird den Rhein-Kreis dahingehend bei den Verhandlungen mit den Krankenkassen unterstützen.
Das „Rheinland Klinikum“ wird den Notarztstandort in Grevenbroich weiterhin besetzen und so die bisherigen Reaktionszeiten sicherstellen. Parallel werden die Zentralen Notaufnahmen in Neuss und Dormagen ausgebaut und personell aufgestockt, womit die Versorgung der Patienten sichergestellt wird. Die Bürgermeister bieten an, den Prozess konstruktiv zu begleiten.
Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein hat – trotz einer Absichtserklärung mit anderslautenden Zusagen – bei Schließung der Zentralen Notaufnahme angekündigt, die KV-Notfallpraxis in Grevenbroich zu schließen. Hierauf haben bedauerlicherweise weder die Politik, noch das Klinikum Einfluss. Dennoch werden Gespräche mit der KV zur Fortsetzung einer KV-Notfallpraxis gesucht. Die Beteiligten sehen auch die Kassenärztliche Vereinigung in der Verantwortung eine bestmögliche ambulante Notfallversorgung zu gewährleisten.
Deutlich wurde auch, dass die unterschiedlichen Zugangswege zur Notfallversorgung (Arztpraxen, Zentrale Notaufnahmen von Krankenhäusern, 116 117, 112, etc.) den Bürgern nicht immer bekannt sind.
Daher wurde besprochen, dass eine kreisweite Kampagne zur Information der Bürger hierzu aufgesetzt wird. Es soll konkret die Frage beantwortet werden, welche Nummer passend zur Situation gewählt werden muss, um den richtigen Zugang zur Notfallversorgung zu gewährleisten.
Bürgermeister, Gesellschafter und Klinikum waren sich einig, dass eine transparente und gemeinsame Kommunikation notwendig ist, um das Gesamtkonzept der hochwertigen medizinischen Versorgung im Rhein-Kreis darzulegen und auf die Sorgen der Bevölkerung bezüglich der Notfallversorgung einzugehen. Diese wird für die Patienten, die eine entsprechende Hilfe im Kreisgebiet benötigen, weiterhin auf hohem Niveau stattfinden.“
Text Ende