Onkologische Ambulanz Lotsen durch die Krebserkrankung

Grevenbroich · Eine wohnortnahe Versorgung und gleichzeitig die Einbindung in eine Infrastruktur mit allen therapeutischen und diagnostischen Möglichkeiten – die Onkologische Ambulanz im St. Elisabeth“-Krankenhaus kombiniert als Standort des Tumorzentrums im „Rheinland-Klinikum“ beide Grundpfeiler der Krebstherapie. Und stellte sich personell zum 1. April neu auf.

Dr. Ulf Reinhart (links), Leiter des standortübergreifenden Tumorzentrums im Rheinland Klinikum, Dr. Katharina Fischer und Dr. Christoph Losem.

Foto: Niemöhlmann

Sie sind ab sofort das ärztliche Team und quasi das Gesicht der Onko-Ambulanz im „St. Elisabeth“ – und damit erste Ansprechpartner für Menschen aus Grevenbroich und Umgebung, die an Krebs erkrankt sind: Dr. Katharina Fischer und Dr. Christoph Losem.

Seit dem 1. April arbeiten die junge, fachlich breit aufgestellte Onkologin und der erfahrene Kollege, der viele Jahre in der eigenen Praxis in Neuss tätig war, Seite an Seite und ergänzen sich perfekt. Beiden gemeinsam ist, dass sie sich als Krankheitsmanager beziehungsweise „Lotsen“ verstehen, die ihre Patienten auf dem gesamten Behandlungsweg begleiten. Denn Krebstherapie ist eine Aufgabe für ein riesiges Spezialisten-Team. Organisatorische Klammer im „Rheinland-Klinikum“ ist dabei das standortübergreifende Tumorzentrum unter Leitung von Dr. Ulf Reinhart.

Er sieht in der Zentrumsstruktur ganz klar die Vorteile für die Patienten: „Die Behandlungskonzepte werden in der gemeinsamen interdisziplinären Tumorkonferenz festgelegt. Am Lukaskrankenhaus in Neuss sind wir optimal für den operativen Eingriff aufgestellt, die Vor- und Nachbehandlung aber sollte im Interesse der Patienten wohnortnah erfolgen“, sagt der Onkologe, „denn Krebspatienten sind oftmals in ihrer Mobilität eingeschränkt und werden über einen längeren Zeitraum begleitet. Da sind Ansprechpartner vor Ort wichtig, die auch im Falle von Komplikationen schnell erreichbar sind.“

Beispiel Renate R.: Bei ihr diagnostizierte der niedergelassene Gastroenterologe Ende Mai 2024 einen Tumor im Enddarm. Weitere Untersuchungen sowie die Chemotherapie, die der Operation vorgeschaltet war, erfolgten am Grevenbroicher Krankenhaus. In der dortigen Onkologischen Ambulanz befindet sie sich – inzwischen operiert – seit März nun auch in der Nachsorge. Dazwischen lagen zahlreiche Termine für Untersuchungen, Laborkontrollen, Therapiesitzungen, manchmal dreimal wöchentlich. „Insbesondere für ältere Patienten wären da weite Anfahrten sehr beschwerlich“, sagt Dr. Reinhart.

Gerade bei der Krebstherapie ist auch der persönliche Aspekt wichtig: „Unsere Patienten schätzen die sehr persönliche menschliche Betreuung im Gegensatz zur Anonymität riesiger Zentren, in denen der Patient möglicherweise bei jedem Besuch mit anderen Behandlern zu tun hat“, erklärt Dr. Reinhart.

Das ist es auch, warum sich Dr. Katharina Fischer für das Fach Onkologie entschieden hat: „Diese persönliche Bindung macht unser Fach aus, man begleitet Patienten durch eine Extremsituation und ist als erster und direkter Ansprechpartner nicht austauschbar“, erklärt sie. Neben modernsten Therapieangeboten ist der „totale Patientenbezug" im Sinne einer engen Patientenbindung auch für Dr. Christoph Losem besonders wichtig. „Manche meiner Patienten betreue ich inzwischen seit mehr als 25 Jahren", sagt der Onkologe.

Weil Krebstherapie eine interdisziplinäre Aufgabe ist, liegt Dr. Fischer und Dr. Losem viel an einer guten Kommunikation mit den ärztlichen Kollegen im Umkreis: „Wir wollen im Interesse der Patienten in den intensiven Austausch mit den Hausärzten und niedergelassenen Fachärzten gehen“, so Dr. Losem, „und uns miteinander abstimmen, was gewünscht und notwendig ist, um gemeinsam das Beste für unsere Patienten zu erreichen.“

(-ekG.)