Gesundheit: Luftverschmutzung und chronische Krankheiten der Atemwege

Luftverschmutzung stellt eine Bedrohung für die Gesundheit vieler Menschen dar. Schadstoffe wie Feinstaub, Stickstoffdioxid und Ozon können chronische Atemwegserkrankungen auslösen. In dicht besiedelten Regionen wie dem Rhein-Kreis Neuss mit Grevenbroich sind die Auswirkungen der Luftverschmutzung besonders relevant.

Schadstoffe und ihre Auswirkungen auf die Atemwege

Die wichtigsten Schadstoffe in der Luft haben unterschiedliche Wirkmechanismen, die oft ineinander greifen. Feinstaub aus Verbrennungsprozessen, Industrieemissionen und dem Straßenverkehr kann tief in die Lunge eindringen und dort Entzündungen hervorrufen.

Langfristig kann das COPD oder Asthma auslösen. Auch Stickstoffdioxid aus Autoabgasen steht im Verdacht, Krankheiten der Atemwege zu verschärfen, indem es die Schleimhäute reizt und die Funktion der Lunge beeinträchtigt.

Besonders gefährdet sind Kinder, Senioren und Menschen mit bestehenden Krankheiten der Atemwege. Laut einer Studie des Helmholtz Zentrums München aus dem Jahr 2024 gibt es einen Zusammenhang zwischen einer Feinstaubbelastung und der Verschlimmerung von Erkrankungen der Atemwege, besonders bei Asthmatikern. Diese Studie hat außerdem gezeigt, dass langfristige Belastung mit Schadstoffen das Risiko für Lungenkrebs erhöht.

Luftqualität im Rhein-Kreis Neuss

Die Luftqualität in der Region Erft ist stark von Industrie, Verkehr und landwirtschaftlichen Aktivitäten geprägt. Insbesondere die Nähe zu Verkehrsadern wie der A46 und der A57 sorgt für eine hohe Belastung mit Stickstoffdioxid.

Außerdem haben Industrieanlagen in Grevenbroich, Neuss und Dormagen einen Einfluss auf die Luftqualität. Zwar gab es in den vergangenen Jahren Verbesserungen durch Umweltauflagen und die Förderung emissionsarmer Technologien, aber besonders bei Inversionswetterlagen im Winter bleiben Schadstoffe länger in Bodennähe.

Messungen des Umweltbundesamtes aus dem Jahr 2023 haben ergeben, dass in einigen Teilen des Rheinlands die Feinstaubwerte an bestimmten Tagen über den von der WHO empfohlenen Grenzwerten lagen. Das zeigt, dass es trotz Fortschritten weiterhin Handlungsbedarf gibt.

Chronische Atemwegserkrankungen: Asthma und COPD

Asthma ist eine der häufigsten chronischen Krankheiten der Atemwege und betrifft alleine in Deutschland Millionen von Menschen. Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung, die durch Atemnot, Husten und Engegefühl in der Brust gekennzeichnet ist. Luftverschmutzung kann sowohl ein Auslöser für akute Asthmaanfälle sein als auch langfristig das Risiko für die Entwicklung der Krankheit erhöhen. Besonders Feinstaub und Stickstoffdioxid verstärken die Symptome.

Die chronisch-obstruktive Lungenerkrankung COPD ist ebenfalls mit Umweltfaktoren verknüpft. Neben dem Rauchen ist Luftverschmutzung einer der Hauptgründe für ihre Entstehung. COPD verengt die Atemwege, was zu Atemnot, chronischem Husten und einer eingeschränkten Funktion der Lunge führt.

Medikamente zur Behandlung von Atemwegserkrankungen

Zur Behandlung von Asthma und COPD gibt es verschiedene Medikamente, die man entweder dauerhaft oder im akuten Fall anwendet. Ein wichtiger Bestandteil der Therapie sind Inhalatoren, die die Atemwege erweitern und Entzündungen reduzieren.

Dabei unterscheidet man zwei Hauptgruppen: kurz- und länger wirksame Bronchodilatatoren sowie Kortikosteroide zum Inhalieren.

Rezeptfreie Asthma-Sprays

Einige Bronchodilatatoren, insbesondere kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, sind teilweise rezeptfrei erhältlich. Diese Medikamente werden bei Asthmaanfällen eingesetzt, um die Bronchien schnell zu erweitern und die Atemnot zu lindern.

Salbutamol ist in vielen Notfallsprays enthalten. Es kann kurzfristig Erleichterung verschaffen. Da es jedoch keine entzündungshemmende Wirkung hat, eignet es sich nicht als alleinige Langzeittherapie.

Rezeptpflichtige Medikamente

Für eine langfristige Kontrolle von Asthma oder COPD sind verschreibungspflichtige Medikamente notwendig. Dazu gehören langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (z. B. Formoterol, Salmeterol) und Kortikosteroide wie Budesonid oder Fluticason, die Entzündungen reduzieren und die Lungenfunktion stabilisieren.

Diese Medikamente sind essenziell, um einer deutlichen Verschlimmerung der Symptome von Asthma oder COPD vorzubeugen.

Oft verschreiben Ärzte Kombinationspräparate, die sowohl einen Bronchodilatator als auch ein Steroid enthalten.

Maßnahmen zur Vorbeugung

Die Luftverschmutzung zu reduzieren ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Maßnahmen wie die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, die Umstellung auf emissionsarme Antriebe und der Ausbau von Grünflächen helfen dabei, die Luftqualität langfristig zu verbessern.

Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen können auch selbst vieles tun, um ihre Belastung durch Luftschadstoffe zu reduzieren, indem sie an Tagen mit hoher Luftverschmutzung im Haus bleiben und Luftfilter in Innenräumen nutzen. Zudem sollten die Betroffenen regelmäßig ihre Medikamente nehmen und sich regelmäßig untersuchen lassen.

Fazit: Bessere Luftqualität hilft bei der Vorbeugung gegen Asthma und COPD

Der Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und chronischen Krankheiten der Atemwege ist gut belegt. In Regionen mit hoher Luftbelastung sind die Gesundheitsrisiken für die Bevölkerung höher als anderswo.

Während Therapien mit Medikamenten eine große Rolle bei der Behandlung von Asthma und COPD spielen, lässt sich das Problem langfristig nur durch eine Reduzierung der Schadstoffe in der Luft lösen. Hier sind vor allem die Politik und die Industrie gefordert.

Quellen