„Auf die Zeitung bin ich bei meinen Recherchen im Internet gestoßen“, berichtet er. „Wie sich der Top-Kurier von den Schweizer Zeitungen unterscheidet? Da hier jede lokale Zeitung einen ganz bestimmten ,Hinter-Grund‘ hat, ist es sehr schwierig, das im Vergleich zu beantworten. Etwas vielleicht schon, zum Beispiel bei der Darstellung und der Aufmachung. Der Top-Kurier ist handlich, hat einen guten Druck, gutes Papier, hat von vorne bis hinten eine gute und übersichtliche Darstellung. Die Schriftgröße ist gut, sollte aber auf keinen Fall kleiner werden.“
Werner Steiner ist 72 Jahre alt, verheiratet mit seiner finnischen Ehefrau Ulla, wohnt in Zürich und reist gerne. „Wir besuchen immer wieder Finnland. Darum habe ich auch rund 120 finnische Zeitungen“, verrät Steiner. Bis zu seiner Pensionierung 2016 arbeitete er bei der „Zürcher Hochschule der Künste“ als AV-Techniker. „Aufgewachsen bin ich mit Druckerschwärze“, berichtet der Zeitungssammler, „mein Vater war Buchdrucker, die Mutter Buchbinderin. Zeitungen haben mich immer sehr fasziniert! Vor vielen Jahren, Anfang der 80er Jahre, habe ich begonnen, Zeitungen zu behalten. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr und mehr dazu. Seit etwa 13 Jahren sammle ich sie intensiv. Mittlerweile sind es weit über 3.600 Exemplare aus der ganzen Welt!“
Durch seine Arbeit in der Fluggesellschaft „SWISSAIR“, von 1983 bis 2000, kam er in Kontakt mit Zeitungen aus aller Welt. Dazumal bekamen die Passagiere noch gratis Zeitungen. So hatte er die Möglichkeit, viele verschiedenen Zeitungen aus der ganzen Welt zu betrachten, zu beurteilen und zu vergleichen. Diese Vielfalt war „einmalig“. Es war der Beginn seiner Zeitungssammlung. Damals sammelte er nur die Zeitungsköpfe, also etwa die obere Hälfte der Frontseite. „Diese Zeitungsköpfe habe ich immer noch“, sagt er, „bis heute behalte ich, aus Platzgründen, nur die erste Doppelseite des ersten Bundes. Aus diesen zwei Seiten lassen sich alle wichtigen Informationen einer Zeitung „herauslesen“. Die da wären: Aufmachung und Erscheinen sowie die Druckqualität.“ Der journalistische Inhalt ist für den Schweizer eher zweitrangig.
Das Internet ermöglicht es Steiner, Zeitungen aus aller Welt zu bekommen. Es werde jedoch immer schwieriger, da die angeschriebenen Redaktionen oft gar nicht antworten. Umso mehr freut er sich über den Top-Kurier. Aus Asien, Süd- und Nordamerika, dem nahen und fernen Orient sowie aus Afrika hat er nach eigenem Bekunden nur sehr wenige Zeitungen.
„Da ich nicht auf Seltenes aus bin, also den heutigen Stand sammle und aufbewahre, besitze ich nur wenige seltene Exemplare. Diese dann aber, wenn immer möglich, mit allen Seiten. Eine Ausgabe der Turun Sanomat (Finnland) vom 10. September 1941, sowie eine weitere Kriegsausgabe der TS zählen dazu. Die Helsingin Sanomat, die Neu Zürcher Zeitung, die NYT um einige zu nennen, zähle ich zu den Besten.“ Erst- oder Letztausgaben sind für ihn trotzdem etwas ganz Besonderes. So etwa die Erste „NZZ am Sonntag“ oder die letzte täglich in Großformat gedruckte „The Guardian“ befinden sich in seiner Sammlung. Da das Zeitungssterben rasend schnell zunimmt, sucht Steiner auch eingestellte und seltene Titel.
„Sollten bei ihren Lesern, eine erste, letzte oder selten erscheinende Zeitung herumliegen, wüsste und hätte ich dafür ein dankbares Plätzchen…“, bietet Werner Steiner an, „gerne nehme ich auch Zeitungen aus aller Welt entgegen. Die Portokosten würde ich übernehmen.“