Nach ihrer langen Reise nehmen sie gerne die Nester vom Vorjahr an, da sie standorttreu sind und dadurch körperliche Kräfte nach dem zehrenden Flug einsparen können. Beim Bau von neuen Nestern müssten sie in mühevoller Arbeit über 1.000 Lehmklümpchen mit Speichel versetzen und Stück für Stück zu einem Nest verbauen. Die Mehlschwalben bauen dabei ihre Nester typischerweise unterhalb von Dachvorsprüngen oder in Toreinfahrten, die Rauchschwalben bevorzugen dagegen Ställe, Schuppen und Garagen. Die Vögel ernähren sich insbesondere von Mücken und Fliegen, die sie im Flug erbeuten.
Schwalben sind Stellvertreter für viele Tiere, deren Lebensraum zunehmend durch viele Faktoren stark gefährdet ist. Die Nester dürfen nicht vernichtet werden, da diese unter strengem Schutz stehen. Viele Menschen hängen an ihren Dächern Gegenstände auf, die die Schwalben vertreiben sollen. Es fehlen Gewässer und Lehmpfützen, die zum Bauen der Nester benötigt werden. Das Insektensterben trägt ebenfalls zur Reduzierung bei. Auch der Klimawandel (erhöhte Temperaturen in den Nestern) gefährden die Vögel.
Wie können wir den Glücksboten helfen? Gegen den Kot von Mehlschwalben können entsprechende Bretter im geeigneten Abstand unter den Nestern angebracht werden; die Anschaffung von künstlichen Nisthilfen kann ebenfalls die Vögel unterstützen, die gerne in einer Kolonie brüten. Weitere Unterstützungsmöglichkeiten können gerne kostenfrei beim NABU Jüchen (Kontakt: Paul Quack und Anja Peltzer, Tel. 02165/74 62 oder 01573/0 64 39 96) erfragt werden: „Lassen Sie uns gemeinsam viele Sommer genießen, bei denen wir diesen wunderbaren Tieren mit großer Begeisterung bei ihren Flugkünsten zuschauen dürfen.“