Noithausener Schützen schwer getroffen: Wenn Traditionen plötzlich in Flammen aufgehen

Noithausen · Containerbrand in Noithausen: Beim Eintreffen der Feuerwehr brannte der Container in voller Ausdehnung beziehungsweise war größtenteils schon runtergebrannt. Man versuchte einen Löschangriff mit C-Rohr von außen und quasi von „innen“, wenn man es in dem Fall so nennen will. So weit der knappe Bericht der Feuerwehr. Für den Noithausener BSV steckt eine regelrechte Katastrophe dahinter.

Oben der Container, der trotz des Engagements der Feuerwehr ausbrannte.

Foto: Willkomm

„Durch den Brand ist uns so einiges verloren gegangen“, seufzt Dirk Willkomm, Vorsitzender des Bürger-Schützen-Vereins Noithausen, im Gespräch mit der Redaktion des Erft-Kurier.

Und er zählt auf: das große Vereinswappen mit dem Namen des jeweils amtierenden Königs, das über der Bühne thronte. Die alten Königsstühle (vier Stück, mit gepolsterter Armlehne). Die Vereinswappen der einzelnen Züge, die traditionell unter der Zeltdecke hingen. „Die sind zu einem Paket zusammengeschmolzen“, berichtet Willkomm.

Unten die Zugwappen, die zu einem Klumpen zerschmolzen.

Foto: Willkomm

„Das Zelt wird in Zukunft nicht mehr wie gewohnt aussehen“, warnt der Präsident vor. Immerhin fehlt die gesamte Beschilderung. Eventuell könne man die Wappen ja drucken und damit Tafeln bekleben. „Die unterschiedlichen Wappen bis zu unserem Schützenfest Ende April (es findet wegen der Pfingstfeiertage dieses Jahr etwas früher statt) hinzubekommen, ist schon sportlich.“

Ein Blick in den total verkohlten Container, in dem sich die „Sammlerstücke“ nur erahnen lassen.

Foto: Willkomm

Außerdem ist der vereinseigene Schießstand, der für den Gebrauch im Festzelt abgenommen war, ebenfalls ein Raub der Flammen geworden. Gleiches gilt für das Rednerpult.

Dirk Willkomm, Präsident BSV Noithausen.

Foto: BSV Noithausen 1921 e.V.

Dirk Willkomm macht ganz deutlich, dass er in diesem Zusammenhang sehr dankbar sei, dass die benachbarten Vereine spontan ihre Hilfe angeboten hätten. Die „Präsidentenrunde“ zeige auch bei diesen Ungelegenheiten ihre segensreiche Wirkung: Die Präsidenten aus Orken, Elfgen, Elsen und Laach hättem jeweils ihr Rednerpult angeboten. Und auf den Schießstand der Kapellener Grenadiere könne er auch zurückgreifen, damit das Noithausener Schützenfest in einigermaßen geordneten Bahnen ablaufen könne, informiert Willkomm.

Sein positives Fazit: „Solidarität ist schon da.“

Bleiben die Kosten, die der BSV aus Noithausen einplanen muss. So muss ein neuer Container her (der alte hatte bei der Anschaffung 1.500 Euro gekostet). Das Bühnenbild zu erneuern wird schwierig. Dirk Willkomm berichtet, dass er sich zeitlebens an kein Schützenfest ohne dieses Bild erinnern kann. Ob man jemand finde, der Ähnliches wieder erschaffen könne, sei die Frage.

Die Wappen dürften sich ersetzen lassen; der Präsident rechnet mit 90 bis 120 Euro je Wappen. Und das bei 13 Zügen.

Nächster Kostenpunkt: Der BSV muss vermutlich für die Entsorgung der Brandreste sorgen. „Und die dürften als ,Sondermüll‘ klassifiziert werden“, befürchtet Dirk Willkomm, der auf die Freigabe des Geländes durch die Polizei wartet.

„Im Einsatz war die hauptamtliche Wache mit dem Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug und dem Tanklöschfahrzeug mit sechs Einsatzkräften. Die Einheiten Stadtmitte und Wevelinghoven stellten in der Zeit eine Wachbesetzung. Einsatzende war gegen 2.30 Uhr“, schließt der Feuerwehrbericht.

In Noithausen geht die Ansicht um, dass dort ein „Feuerteufel“ sein Unwesen treibe.