„Ich bin hier von allen sehr offen aufgenommen worden“, freut sich Sabine Janclas und berichtet von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit im Verwaltungsvorstand. Anfang des Jahres trat sie die Stelle der Technischen Dezernentin an, ihr Vorgänger Oswald Duda nahm sie in den vergangenen drei Monaten noch unter seine Fittiche. „Herr Duda hatte immer ein offenes Ohr und hat mich in alle Projekte, die er angestoßen hat, eingeführt“, berichtet die 58-Jährige, „er hat mir ein sehr gut aufgestelltes Dezernat übergeben“.
Sabine Janclas leitet nun das Dezernat III, zu dem das Amt für Gebäudewirtschaft, das Amt für öffentliche Infrastruktur sowie der Baubetriebshof gehören. Die Erweiterung des Gymnasiums und der Gemeinschaftsgrundschule Jüchen, der Bau des energieautarken Baubetriebshofs und der Polizei- und Rettungswache, die Umsetzung des Bürgerradweges, der Bau einer Spundwand in Bedburdyck – nur ein paar der Projekte, die schon gestartet oder in Planung sind und auf die neue Dezernentin warten. Außerdem übernimmt sie die Vertretung in verschiedenen Gremien wie dem Erftverband und der Baugenossenschaft.
Viele Bereiche, in denen es sich einzuarbeiten gilt. Doch dem blickt die 58-Jährige positiv entgegen. Denn aufgrund ihrer bisherigen Berufslaufbahn kenne sie bereits viele Bereiche. Die gebürtige Aacherin ist von Haus aus Diplombauingenieurin und arbeitete nach ihrem Studium in einem Ingenieurbüro in Süddeutschland, wo sie alle Abteilungen der Infrastruktur durchlaufen habe. 1998 trat sie in den Dienst der kreisfreien Stadt Oberhausen, wo sie 22 Jahre als Bereichs- und Fachbereichsleiterin tätig war. „Dort habe ich den gesamten Bereich Tiefbau geleitet“, erklärt Janclas. Bevor es sie nach Jüchen verschlug, war sie Referatsleiterin (Umwelt, Verkehr und Tiefbau) bei der Stadt Langenfeld.
Die langjährige Erfahrung im kommunalen Bereich sieht Bürgermeister Harald Zillikens bei dem umfangreichen und anspruchsvollen Aufgabengebiet als Vorteil und bescheinigt der neuen Kollegin direkt einen guten Start. Eine Erwartung, die er an Sabine Janclas habe: „Wenn man neu in einen Betrieb kommt, sollte man auch einmal Dinge infrage stellen. Das bedeutet nicht, dass vorher etwas schlecht war. Aber so ergibt sich die Möglichkeit, einfach mal einen anderen Blickwinkel zu bekommen und andere Schwerpunkte zu setzen.“
Das ist auch der Plan der neuen Technischen Dezernentin, die davon berichtet, ein „Prozessmanagement“ zu etablieren: „Es gilt, die Fragen zu stellen: Wie macht man etwas? Kann man das gegebenenfalls verbessern oder anpassen? Da ist auch immer die Rückmeldung der Kollegen gefragt. Ich versuche sie zu motivieren, dass sie ihre eigenen Ideen einbringen.“ Natürlich spiele vor allem aber das Projektmanagement eine große Rolle: Projekte sollen im Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt werden. „Damit Kämmerin und Bürgermeister zufrieden sind“, lacht sie und betont: „Wenn der Haushalt nicht so gut aufgestellt ist, gilt es, auch kreativ zu sein, um Projekte vielleicht doch umsetzen zu können. Ich glaube, darin liegt eine meiner Fähigkeiten.“
Sabine Janclas ist froh, einen Beruf ausüben zu dürfen, der ihr immer noch Spaß mache und wo sie Dinge bewegen könne: „Wir als Verwaltung geben ja die Strategie vor, wo Jüchen in zehn, 20 Jahren hin soll.“ Mit dem Ausbau der Schullandschaft („Eine gute Sache für Jüchen“), der Förderung des Radverkehrs und der Stärkung der Fußgängermobilität, der Ermöglichung von Gewerbeansiedlungen nennt sie nur ein paar Projekte, auf die sie sich freue. Mit Blick auf die weitere Zukunft denkt Sabine Janclas dann bereits an die Internationale Gartenausstellung 2037. „Vielleicht darf ich noch bei der Gestaltung der Seilbahn mit unterstützen“, schmunzelt sie.